Forschungsergebnisse

Internetgestützte psychologische Interventionen sind wirksam

Internetgestützte psychologische Interventionen, darunter e-Beratung, finden in der Praxis immer mehr Einzug. Die Forschung auf diesem Gebiet reicht mehr als ein ganzes Jahrzehnt zurück und die Wirksamkeit dieser Verfahren wurde mehrfach bestätigt.

In einer Metaanalyse, d.h. in einer wissenschaftlich fundierten Grossstudie, in der mehrere Einzelstudien zusammenfassend untersucht werden, konnte beispielsweise gezeigt werden, dass internetgestützte psychologische Interventionen, darunter e-Beratung, ähnlich grosse Effekte aufweisen, d.h. ähnlich wirksam sind wie herkömmliche (face-to-face) Interventionen [1]. In diese Metaanalyse wurden 92 Einzelstudien mit insgesamt 9764 Klienten mit eingeschlossen.

Auf der Webseite der Universität von Haifa werden regelmässig aktuelle internationale Studien in wissenschaftlichen Printmedien zu internetgestützten psychologischen Interventionen aufgeführt. Zumindest ein kurzer Besuch dieser Seite lohnt sich, um einen Eindruck über die Fülle an Forschung auf diesem Gebiet – zurückreichend bis in die 1990er Jahre – zu bekommen.

Zu einem professionellen Arbeiten und Forschen zählt auch, dass man sein eigenes Fachgebiet kritisch beleuchtet und hinterfragt. Im Literaturverzeichnis ist ein deutschsprachiger Artikel mit interessanten Hinweisen dazu aufgeführt [2]. Daraus ergeben sich nicht zuletzt Richtlinien und Qualitätskriterien für das praktische Arbeiten, zu denen auch wir uns verpflichten (siehe Sicherheitshinweise).

Ausschlusskritieren für internetgestützte psychologische Interventionen

Aufgrund unserer Erfahrung im Forschungs- und Praxiskontext wissen wir, dass e-Beratung eine wirksame Interventionsform ist, sind uns aber dessen bewusst, dass sie nicht für alle Personen gleichermassen geeignet ist. Im schriftlichen Dialog während der Auftragsklärung werden wir gezielt abklären, ob unser Angebot geeignet ist.

Internetgestützte psychologische Interventionen werden nicht empfohlen für Menschen, die sich in einer Krise befinden [2]. Auch unsere e-Beratung würden wir nicht empfehlen für Menschen, die an schweren psychischen Störungen leiden, psychotische Symptome haben, akut Selbstmord gefährdet sind oder an einer Abhängigkeit (z.B. Substanzmissbrauch) oder andere Suchterkrankungen (z.B. Spielsucht) leiden.

Etablierung einer Beziehung zwischen Klient und Therapeut/Berater auch bei internetgestützten Interventionen möglich

Das Angebot unserer e-Beratung ist auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse und unter der Einhaltung gültiger Qualitäts-und Sicherheitsstandards erstellt worden. Zur häufig diskutierten Frage, ob auch bei internetgestützten psychologischen Interventionen eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Klient und Therapeut/Berater entstehen kann, wissen wir aus unserer Erfahrung und auch aus wissenschaftlichen Untersuchungen, dass über das Internet eine vergleichbar gute Beziehung wie in einem herkömmlichen Beratungs-/Therapie-Setting entstehen kann [3]. Es gibt sogar den Begriff der Online-Empathie, womit das Einfühlungsvermögen gemeint ist, das ein Berater oder Therapeut einem Klienten in einem schriftlichen Online-Dialog entgegenbringt und das auch vom Klienten wahrgenommen wird [4]. D.h., obwohl man sich nicht persönlich sieht, kann auch in der e-Beratung über das Internet eine warmherzige von gegenseitigem Respekt und Vertrauen geprägte Beziehung zwischen Klient und Therapeut/Berater entstehen.

Literaturangaben

  1. Barak, A., Hen, L. & Boniel-Nissim, M. (2008). A comprehensive review and a meta-analysis oft he effectiveness of internet-based psychotherapeutic interventions. J Tech Human Services, 26 (109-160).
  2. Berger, T. & Andersson, G. (2009). Internetbasierte Psychotherapien: Besonderheiten und empirische Evidenz. Psychother Psych Med, 59, 159-170.
  3. Preschl, B., Maercker, A. & Wagner, B. (2011). The working alliance in a randomized controlled trial comparing online with face-to-face cognitive-behavioral therapy for depression. BMC Psychiatry, 11(1), 189.
  4. Kraus, R., Stricker, G. & Speyer, C. (Hrsg.) (2011). Online Counseling: A Handbook for Mental Health Professionals. Academic Press, London.